Richtlinien, Produktnormen, Regelungen und Verordnungen rund um Baustoffe, Bauprodukte und Dämmstoffe.

Wir helfen Ihnen den Überblick zu behalten.

Um die Sicherheit im Bauwesen zu gewährleisten, unterliegen Bauprodukte, Baustoffe und damit auch Dämmstoffe technischen Normen, gesetzlichen Vorgaben und Verordnungen. Deutsches Recht und Landesbauordnungen auf der einen, europäische Richtlinien und Vorgaben auf der anderen Seite machen für Architekten, Planer und Fachhandwerker die Situation nicht gerade leicht.

Europäische Richtlinie Gesamtenergieeffizienz

Auf den Gebäudesektor entfallen 40 % des Gesamtenergieverbrauchs der Europäischen Union (EU). Die Mitgliedstaaten haben sich verpflichtet, ihren Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 % zu verringern. Die europäische Richtlinie schlägt den Mitgliedstaaten Leitlinien für die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden vor. Das Ziel sind Niedrigstenergiegebäude, die zur Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden führen.

Europäische Bauproduktenverordnung BauPVO

Zu den wichtigen Richtlinien zählt auch die europäische BauPVO. Sie gilt für Bauprodukte, die auf dem europäischen Markt bereitgestellt und verbaut werden und für die eine harmonisierte Norm oder eine Europäische Technische Bewertung vorliegt. Sie regelt die Bedingungen der Vermarktung, die Angabe der Produktleistung gemäß harmonisierter Regeln und die Verwendung der CE-Kennzeichnung.

Mehr Informationen: FAQ-Katalog zur BauPVO

Musterbauordnung und Landesbauordnungen

Ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Baurechts in Deutschland sind die 16 Landesbauordnungen in Anlehnung an die Musterbauordnung.

Weitere Informationen und eine Übersicht der LBO: http://www.bauordnungen.de/html/deutschland.html und das Informationssystem der Bauministerkonferenz

Technische Baubestimmungen der Bundesländer

Die Landesbauordnungen schreiben vor, dass die von den obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder durch öffentliche Bekanntmachung eingeführten technischen Regeln zu beachten sind. Das Deutsche Institut für Bautechnik DIBt hat die Aufgabe, die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten aufzustellen und im Einvernehmen mit den obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder mit der Liste der Technischen Baubestimmungen (LTB) bekannt zu machen.

Produktnormen für Dämmstoffe

Selbstverständlich gelten auch für Dämmstoffe gesetzliche Richtlinien. Dämmstoffe gehören in Deutschland zu den geregelten Bauprodukten. Ihre Eigenschaften (Spezifikationen) sind in technischen Regelwerken (Normen, bauaufsichtlichen Zulassungen) beschrieben. Für marktgängige Dämmstoffe sind harmonisierte europäische Normen entstanden, die in das nationale Regelwerk übernommen wurden. Für werkmäßig hergestellte Dämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum (PU) gilt die DIN EN 13165 "Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Polyurethan-Hartschaum (PU)“.

Weitere Informationen: Deutsches Institut für Normung

Prüfnormen für Produkteigenschaften

Durch harmonisierte Prüfnormen wird die Vergleichbarkeit der Herstellerangaben in der Leistungserklärung gemäß BauPVO sichergestellt. Die harmonisierten Prüfnormen erlauben Dämmstoffherstellern die Beschreibung ihrer Produkte anhand von festgelegten Merkmalen. Diese werden in Klassen, Stufen oder Nennwerten (z. B. für die Wärmeleitfähigkeit) ausgedrückt. Die Angabe von Produkteigenschaften durch den Hersteller ist ein wesentlicher Inhalt der Leistungserklärung. Erklärt der Hersteller die Leistung seines Produktes, kann er das Produkt mit dem CE-Kennzeichen versehen und in den Markt bringen. Die Prüfnormen finden Eingang in die entsprechenden (harmonisierten) Produktnormen.

Weitere Informationen beim Deutschen Institut für Normung

Anwendungsnormen

Zu den Anwendungsnormen für Bauteile gehören die DIN V 4108-4 (Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 4: Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte) und DIN 4108-10 (Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 10: Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe - Werkmäßig hergestellte Wärmedämmstoffe). Mit der DIN 4108-4 ist die „nationale“ Verbindung zwischen der Gebäudehülle und den Anwendungsmöglichkeiten der einzelnen Dämmstoffeigenschaften geschaffen. So ist z. B. in Deutschland der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ für Dämmstoffe und andere Baustoffe in der DIN 4108-4 festgelegt.

Die DIN 4108-10 verknüpft die anwendungsbezogenen Eigenschaften für Dämmstoffe mit speziellen Anwendungsgebieten und definiert die jeweiligen Mindestanforderungen. Diese sind für die einzelnen Dämmstofftypen in Tabellen zusammengestellt. Mindestanforderungen an Dämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum (PU) nach DIN EN 13165 stehen in Tabelle 6.


Weitere Informationen beim DIN über das Anwenden von Normen

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